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PID Thema in den Medien

Die WAZ vom 08.07.2011 beantwortet die drängendsten Fragen zur Präimplantationsdiagnostik, kurz PID, in einem sehr lesenswerten Artikel:

Was ist nach der Entscheidung des Bundestags zur Präimplantationsdiagnostik nun genau erlaubt? Ab wann gilt das Gesetz zu den Gentests an Embryonen aus der Petrischale? Wer zahlt die PID? Hier gibt es die wichtigsten Antworten.

Der Bundestag erlaubt in Ausnahmefällen Gentests an Embryonen aus der Petrischale. Die Präimplantationsdiagnostik (PID) kommt aber nur für wenige Eltern in Frage, die einen genetischen Defekt aufweisen. Sie soll deren Chancen steigern, ein (gesundes) Kind zu bekommen. „Designerbabys“ soll es aber nicht geben.

Warum war eine Regelung zur PID nötig?

Seit gut zwei Jahrzehnten sind Gentests an künstlich erzeugten Embryonen möglich. In Deutschland hat es bislang keine klare Regel zur PID gegeben. Lange ging man mehrheitlich davon aus, dass sie durch das Embryonenschutzgesetz verboten wäre. Am 6. Juli 2010 hat der Bundesgerichtshof aber festgestellt, dass die PID unter bestimmten Voraussetzungen straffrei ist. Der Bundestag musste nun eine Einscheidung treffen, ob und inwieweit die PID in Deutschland angewendet werden soll.

Für wen kommt künftig eine PID in Frage?

Gentests an künstlich erzeugten Embryonen sind in Ausnahmefällen zulässig. Darauf zurückgreifen können Eltern mit einem Gendefekt, der mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einer Tot- oder Fehlgeburt führen würde oder zu einem Kind mit einer schweren Erbkrankheit. Potenzielle „PID-Kandidaten“ sind nicht nur Eltern, die bereits ein behindertes Kind haben, sondern die auch Verwandte mit einer Erbkrankheit haben. Ohne begründetes Verdachtsmoment ist der Gentest unzulässig.
Nicht automatisch PID bei Erbkrankheiten

In meiner Familie gibt es eine Erbkrankheit. Kann ich nun automatisch eine PID vornehmen lassen?

Nein. Grundsätzlich können Familien nur dann Gentests vornehmen lassen, wenn dies eine Ethikkommission genehmigt hat. Erst danach darf die PID in speziellen Zentren erfolgen, die noch nicht bestimmt sind. Voraussichtlich wird es davon nicht viele in Deutschland geben. Zum Vergleich: In Frankreich gibt es nur drei Zentren für Gentests an Embryonen aus der Petrischale.

Bei welchen Erbkrankheiten soll die PID angewendet werden?

Das lässt der Gesetzentwurf offen. Darüber soll eine Ethikkommission im Einzelfall entscheiden, die es noch nicht gibt.

Die Ethikkommission hat meine PID genehmigt. Kann ich den Embryo auf alle möglichen Erbkrankheiten hin testen lassen?

Nein. Man soll nur auf die Krankheiten prüfen lassen können, die in der Familie vorkommen. Gibt es in der Familie Angehörige mit dem Down-Syndrom, dann wird darauf untersucht. Möglich ist es, einen Embryo auf 180 bis 200 Krankheiten hin zu untersuchen, etwa die Bluterkrankheiten Hämophilie A und B oder Mukoviszidose.

Kann ich mir per PID ein Wunschbaby machen?

Nein. Eine PID soll nur die Informationen zu der Erbkrankheit bringen. Theoretisch könnte man zusätzlich prüfen, ob der Embryo männlich oder weiblich ist. Dies ist laut Bundesärztekammer grundsätzlich aber verboten. Daran will das neue Gesetz auch nicht rütteln. Eltern sollen nicht entscheiden können, ob sie einen Jungen mit blauen oder ein Mädchen mit grünen Augen bekommen.

Ab wann kann die PID nach dem neuen Gesetz erfolgen?

Dies dürfte bis nächstes Jahr dauern, auch wenn das Gesetz beschlossen ist. Zunächst muss die Verordnung aus dem Gesundheitsministerium die Details regeln. Dann müssen Zentren gefunden werden, die eine Präimplantationsdiagnostik durchführen dürfen.

Wer bezahlt die PID?

Dies ist noch offen. Das Gesetz bringt die Möglichkeit ins Spiel, wonach Bund und Länder die Gentests finanzieren könnten. Sie kosten nach Angaben der Bundesärztekammer mindestens 3000 Euro und können auch deutlich teurer ausfallen. Bislang mussten die Betroffenen einen Großteil davon selbst bezahlen.