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Bericht einer Mutter schließt PID Reihe in der WAZ ab

Nachdem sich bereits ein Vertreter der Kirche und ein Arzt zu Prä-Implantationsdiagnostik in der WAZ äußern durften, wird die Reihe durch einen Bericht einer Betroffenen abgeschlossen. Eine Mutter schildert Ihre SIcht der PID am 05.07.2011 in der WAZ:

Nach zwei Fehlgeburten wurden durch meine Kinderwunschklinik mehrere Untersuchungen veranlasst. Die Schockdiagnose: balancierte Translokation. (Anm. d.Red.: Dieser Chromosomendefekt führt zu häufigen Fehlgeburten oder schweren Behinderungen des Kindes). Ich fühle mich wie in einem Albtraum! Warum ich?

Wir haben bereits einen gesunden Sohn im Grundschulalter, der oft fragt, warum er keine Geschwister hat. Er wünscht es sich so sehr.

Wie soll ich ihm nun erklären, dass Mama aufgeben muss, da ich immer und immer wieder Fehlgeburten erleiden kann, wenn eine Eizelle gerade die defekten Chromosomen erhält? Wie soll man es ertragen, weiter russisch Roulette zu spielen, eventuell noch mal über die 12. Schwangerschaftswoche hinaus zu kommen und nach einer Fruchtwasseruntersuchung zu erfahren, das Kind sei krank. Denn man sagte mir, es könne ein gutes Zeichen sein, wenn ich über die 12. Woche komme. Dennoch könne es schwer krank sein, noch im Mutterleib versterben oder behindert zur Welt kommen. Ich werde mir nun erst einmal psychologische Hilfe suchen, ich weiß einfach nicht mehr weiter.

Die PID wäre unsere einzige Chance, keine weiteren Fehlgeburten zu erleiden, oder – schlimmer noch – nach einer Fruchtwasseruntersuchung nicht vor die Entscheidung einer Spätabtreibung gestellt zu werden. Das ist an menschlicher Grausamkeit für eine Frau, für ein Elternpaar nicht zu überbieten.

(…) Ich bin doch erst 32 Jahre alt. Ich kann also noch sparen und kann PID machen, und wenn es hier nicht erlaubt wird, überlege ich – ganz ehrlich – ins Ausland zu gehen. Ich kann mich jetzt nach den schmerzhaften Fehlgeburten nicht einfach vom Kinderwunsch verabschieden. Ich möchte noch einmal Mutter werden, ohne Schwangerschaft auf Probe.