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Mangelnde Fehlerkultur bei Ärzten Thema in der WAZ

Die mangelhafte Fehlerkultur in deutschen Krankenhäusern ist Thema in der Westfälischen Allgemeinen Zeitung vom 30.06.2011:

Fehler passieren häufig dann, wenn Situationen unübersichtlich sind oder hektisch. Dr. Günter Jonitz, der die Patientensicherheit in Krankenhäusern in den letzten Jahren salonfähig gemacht hat, benutzt gerne folgenden Vergleich: Ein Patient würde sich im Krankenhaus heute so fühlen, „wie Charly Chaplin im Film Moderne Zeiten“. Zig unterschiedliche Berufsgruppen führen Arbeiten an ihm aus – Ärzte, Schwestern, Physiotherapeuten, Röntgen-Assistenten, Laboranten, Verwaltungs-Fachkräfte.

Rund um die Uhr finden Tätigkeiten statt, die extrem gut geplant sein müssen und dennoch anfällig sind für Pannen. Hier schildert Jonitz, welche Fehler am häufigsten vorkommen:
falsche Medikamente durch Fehler beim Verordnen und Zubereiten
falsche Therapie, weil Patienteninformationen auf dem Weg von einer Abteilung zur anderen verloren gegangen sind
falsche Eingriffe, weil die Patienten oder die Eingriffe verwechselt wurden.

Die meisten Fehler passierten übrigens durch falsche Kommunikation und Organisation.

Fehler erkennen sei der erste Schritt, um Qualität zu sichern. Doch auch ein schwieriges Unterfangen, so Jonitz. „Man muss dem Arzt die Angst nehmen, den Fehler zuzugeben.“ Oder anders herum: „Der Arzt muss trotz der Scham lernen, Fehler auszuhalten.“ So eine Fähigkeit hätte man nicht einfach von heute auf morgen drauf. Vieles müsse man erlernen, in Weiterbildungen zum Beispiel. Statt die Sache zu bagatellisieren oder sie zu schwer zu nehmen, sollte „man fragen, warum das passieren konnte.“ Wer analysiere, könne sein Ich wieder stabilisieren.